Monday, 28 December 2009

Patientengespräche mit Rauchern

Mich wundert es immer wieder, wenn ich ein Patientengespräch führe, und wir zu den "bad habits" kommen, dass KEIN Raucher ein oder zwei Zigaretten raucht. Das habe ich früher jedenfalls als normaler Nichtraucher gedacht, dass man sich ab und an mal eine Fluppe anzündet.
Stattdessen scheint die kleinstmögliche Einheit doch tatsächlich eine ganze Schachtel zu sein. "Ja ich rauche ein, zwei, drei,... Schachteln am Tag" - das höre ich immer wieder und wundere mich:
1. Bei 2 Schachteln a 20 Zigaretten sind das bei 16h, die man wach ist, alle 15-20 Minuten eine Zigarette. Kein Wunder macht Nikotin doch extrem süchtig.
2. eine Schachtel kostet hier in UK 5 Pfund. In einem Monat sind das also mindestens 150 (300, 450) Pfund. Das ist schon fast ein ganzer Urlaub, den man im Monat verraucht.
3. Stellt euch den Aschehaufen vor, den eine ganze Schachtel am Tag in der Lunge lässt.

Dementsprechen hat man sich eine tolle Einheit zur Risikoabschätzung für Lungenkrebs ausgedacht: Das "packyear" - also Päckchenjahr: Ein Jahr eine Schachtel pro Tag geraucht.
Und TROTZ dieses Raubbaues den ein Mensch an seinem Körper treiben kann, wundert es mich doch immer wieder wie Widerstandsfähig der menschliche Körper ist. Denn Lungenkrebs tritt im Mittel nach 50 Päckchenjahren auf: also 50 Jahre lang eine ganze Schachtel am Tag geraucht, oder 25 Jahre 2 Schachteln, etc pp.

Fazit: Wenn man sich ab und an auf einer Party eine Zigarette anzündet, dann hat es eigentlich keinen großen Impact und man braucht sich wohl keine Sorgen machen, solange man es nicht so exzessiv macht wie oben beschrieben.

Anmerkung: Meine Risikoabschätzung beschränkt sich ausschließlich auf Lungenkrebs... Ich hab jetzt nichts über Mundhöhle, Zungengrund, Kehlkopf, Blase, etc pp gesagt...

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